Drei grundlegend verschiedene Alumni-Vereine zusammen zu führen, war keine einfache Sache. Aber Christoph Busenhart hat dieses Vorhaben miterlebt und mitgestaltet. Was er dabei lernen konnte und was ihn in Sitzungen zum Schmunzeln brachte, erzählt er uns im Interview.

Wie kam es zur Gründung der Alumni ZHAW?
Vor 22 Jahren entstand der Anstoss, die drei Alumni-Vereine im Raum Zürich zusammenzuführen. Das sind namentlich das Technikum Winterthur Ingenieurschule (TWI), die Höhere Wirtschafts- und Verwaltungsschule (HWV) und die Dolmetscherschule Zürich (DOZ). Jeder Verein hatte damals seine eigenen Leute, sein eigenes Budget und seine eigene Kultur. Als Vertreter des grössten Vereins wurde von mir die Projektführung erwartet, obwohl es vor allem ein gemeinsames, interaktives Vorgehen sein sollte. Dieses Projekt mündete fünf Jahre später in der Gründung der Alumni ZHW. Es waren turbulente Zeiten und es brauchte viel Überzeugungsarbeit. Zur Alumni ZHAW wurde der Verein im Jahr 2007, als die ZHW neue Studiengänge – zum Beispiel für Gesundheitsberufe oder Lebensmitteltechnologien – dazu nahm und zu der ZHAW wurde, die wir heute kennen. Bei dieser zweiten Fusion lief alles dank unserer gemachten Erfahrung viel schneller ab. Es dauerte diesmal nur ein Jahr.

Gibt es Anekdoten aus dieser Zeit?
Mich beeindruckte die Sprachsensibilität der Dolmetscherinnen. Wir schrieben jeweils ein Live-Protokoll und wenn sich dann tiefe Falten ins Gesicht der Dolmetscherinnen gruben, wusste ich, dass da was nicht stimmte. „Das ist einfach kein Satz! Das könnte man gar nicht übersetzen“, riefen sie. Aber das hatte sein Gutes: So konnte manche Unklarheit gleich an den Wurzeln angepackt werden.

Was hast du beim Projekt «Alumni ZHAW» gelernt?
Die Frage kommt wohl nicht von ungefähr. So ein Projekt zu leiten, bedeutet in erster Linie Arbeit, Ringen um Positionen, Suchen von Lösungen und da und dort auch Rückschläge einstecken. Doch das Positive überwog, es war für mich sehr bereichernd und spannend, mit anderen Fachgebieten zusammenzuarbeiten. Man konnte dabei auch viel lernen, weil man andere Lösungsansätze und Vorgehensweisen entdeckte und durch die Mitwirkung der Studierenden die neusten Trends mitbekam.

Worauf bist du stolz?
Dass wir trotz Höhen und Tiefen doch noch die Fusion zu einem Verein geschafft haben. Wir haben jetzt nur noch einen Verein mit zehn Fachbereichen und das haben wir letztes Jahr an der Fusions-GV im Schloss Rapperswil gefeiert.

Die GV fand im Schloss Rapperswil statt. (Bildurheber: Werner Rolli, fotorolli  www.fotorolli.ch)

Ebenfalls stolz macht mich, dass wir die verschiedenen Kulturen aller Studienrichtungen zusammenbringen konnten und alle unsere Mitglieder — einige sind schon gegen 100 Jahre alt — dahinter stehen.

Was wünschst du dir für die Zukunft der Alumni ZHAW?
Wir waren in der Vergangenheit etwas stark mit uns beschäftigt. In Zukunft wünsche ich mir viele Aktivitäten und Neuerungen, die idealerweise von jungen Absolvierenden eingeführt und viele neue Mitglieder in die Alumni ZHAW bringen wird. Es ist ein Herzenswunsch von mir, dass noch mehr Absolventinnen und Absolventen in Dankbarkeit für Ihr Studium an der ZHAW mit einem Engagement in der Alumni ZHAW etwas zurückgeben. Bei mir brauchte das ein paar Jahre Abstand. Gleich nach dem Studium wollte ich von meiner alten Hochschule erstmal gar nichts mehr wissen.

Warum Christoph Busenhart zu den Alumni ging

Ich habe 1989 am Technikum (heute School of Engineering der ZHAW) als Ingenieur abgeschlossen. Danach bin ich sieben Jahre für ABB ins Ausland gereist, um weltweit Inbetriebnahmen unter anderem von OZON-Anlagen, Ölfeldern und Zeitungsdruckereien zu machen. Dabei hatte ich gemerkt, was für eine super Ausbildung ich im internationalen Vergleich genossen habe, für vergleichsweise fast kein Geld! Als ich 1996 zurück in der Schweiz war, sprach mich ein Kollege aus der Studentenverbindung Elektra an, ob ich nicht auch im Vorstand der Alumni mitmachen würde. Aus Dankbarkeit für meine erstklassige Ausbildung wollte ich etwas zurückzugeben und sagte zu.

Bilder: ZvG

Alyssia Kugler

Alyssia Kugler

Autorin, ehemalige Co-Leiterin des Brainstorms

Ich schreibe fürs Brainstorm, weil ich hier wertvolle Erfahrungen machen kann. In der Leitung des Brainstorm von 2018 bis 2020 möchte ich sicherstellen, dass auch andere Studierende wertvolle Erfahrungen machen können. Ich wünsche mir, dass das Brainstorm grösser, bekannter und angesehener wird.