«Isch aber nöd wahr!» «Doch!» «Nei!»

So ungefähr kannst du dir eine nette Unterhaltung vorstellen, wenn ich erzähle, dass ich gerne «korrigiere». Ja genau, mit Rechtschreibung, Kommas, Grammatik und so. «Du, das liit mir ja gar nöd!», tönt es dann meistens übertrieben laut zurück. «Das machi üüüberhaupt ned gern!»

Wer kennt das wohl nicht. Oft ist es die Grammatik, die allen bis oben steht und von der sie nach der Schule möglichst nie wieder etwas hören möchten. Ich bin da ein bisschen anders gepolt. Schon als ich klein war, konnte ich es mir nicht verkneifen, andere auf Rechtschreibfehler hinzuweisen oder zu sagen: «Du, da fählt no es Komma.» Das hat immer grossen Spass gemacht. Ich glaube, das ist jetzt der richtige Moment, um mich bei all jenen zu entschuldigen, die unter meiner Tüpflischisserei gelitten haben. Sorry, aber ich würde es wieder tun.

Es gab da natürlich noch ein paar Anzeichen mehr dafür, dass ich da ein wenig anders ticke als andere. In der Primarschule beispielsweise habe ich auf jedes (Wander-)Diktat hingefiebert und in der Sek habe ich am liebsten Aufsätze geschrieben. Während meiner Zeit an der Fachhochschule habe ich mein Geld (freiwillig, wohlgemerkt) für Romane von Stephen King und Klassiker wie Dead Poets Society ausgegeben und das Lesen dieser Bücher so genossen wie ein Hamburger mit Pommes. Ich wusste auch schon ziemlich früh, wo ich Kommas setzen muss. Und nein, die setzt man nicht einfach nach Gefühl!

Die deutsche Sprache war immer irgendwie der rote Faden in meinem Leben. Aus meinem kuriosen Hobby wurde bald mehr und ihr könnt euch bestimmt vorstellen, was jetzt kommt: Aus dieser Leidenschaft für Sprachen (Englisch und Spanisch übrigens auch) habe ich mir meinen eigenen Korrekturservice aufgebaut, mit dem ich nun meine Nebenbrötchen verdiene. Ich bin eine von vielen, aber ich bin immer mit ganzem Herzen dabei. Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder Mensch schreiben kann; der eine ein bisschen besser, der andere ein bisschen schlechter. Ich will keinen einzigen Schreibstil ändern, sondern sehe meine Aufgabe darin, zu optimieren, mitanzupacken, auszuhelfen, zu bestärken und zu motivieren.

Wie so vieles im Leben ist auch das Schreiben Übungssache. Und wenn es dir wirklich «so gar nöd liit», dann weisst du ja jetzt, wen du fragen kannst.

 

Bildurheber: Marlon Viejo

Mayra Viejo

Mayra Viejo

Autorin

Ein Magazin wie Brainstorm gehört für mich einfach zum Studentenalltag dazu. Ich freue mich, den Lesern mit meinen Texten ein wenig Ablenkung zu verschaffen.

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